Bürokomplex verwahrlost in Winterhude
Ein Romanautor dürfte aufgrund der zu plumpen Bedienung von Klischees so eine Geschichte nicht schreiben: Ein Immobilienspekulant aus der Londoner City, einem berüchtigtem Wirkungsfeld von Finanzhaien und Heuschrecken, mit israelischen Wurzeln erwirbt ein Bürogebäude in Hamburg, kassiert Mieten, aber läßt das Gebäude bis zur Unbenutzbarkeit verkommen. Doch in der nach New Yorker Vorbild entstandenen Bürowüste City Nord werden alle Klischees von der Wirklichkeit bedient. Seit dem nicht mehr Unternehmer die Firmenpolitik bestimmen, sondern Aktionäre, mit dem Ziel kurzfristige Dividenden und Kursteigerungen abzugreifen, ist es Mode, daß Unternehmen ihre selbstgenutzten Immobilien verkaufen und anschließend mieten. Erst einmal spült das „frisches“ Geld in die Kassen, welches dann über die Jahre allerdings vielfach zurückgezahlt werden muß. Selbst Behörden machen solch einen Blödsinn mit und erst recht ehemalige staatliche Unternehmen. In Zeiten, in denen man sogar noch Geld im Briefumschlag verschicken konnte und anstatt finstere Gestalten mit heruntergekommenen Fahrzeugen Postbeamte unsere Briefkästen leerten, war die Oberpostdirektion am Überseering noch im Besitz der Deutschen Post. Inzwischen ist die Post privatisiert und das 35.000 m² große Gebäude an einen wie oben beschriebenen Immobilienspekulanten verhökert worden. Dieser kassierte geschäftstüchtig von der Post Miete, vermied aber Investitionen in das Gebäude. Und dies auch noch, nachdem die zuständige Behörde im Bezirk Nord aufgrund mangelnden Brandschutzes eine Monatsfrist zur Behebung grundsätzlicher Mängel gesetzt hat. Die Konsequenz ist, daß jetzt die Räumung des Gebäudes verfügt wurde. Für die betroffenen Postmitarbeiter eine Katastrophe, da diese jetzt an anderen Standorten, auch außerhalbs Hamburgs, untergebracht werden. Damit ist die Postpyramide aber nicht die einzige Bürobrache in der City Nord. Auch das ehemalige PB-Gebäude steht seit Jahren leer, ebenso viele Geschäfte der Ladenzeile. Alles Tatsachen, die den Standort nicht attraktiver machen. Die immer noch nicht überstandene Finanz- und Wirtschaftskrise der letzten Jahre hat gezeigt, daß ein ungezügelter Manchester-Kapitalismus mit entfesselten Finanzmärkten, einer als Privatisierung getarnten Verscherbelung des staatlichen Tafelsilbers und ungezügelten Immobilienspekulationen vielleicht einige wenige sehr reich macht, dies aber auf Kosten der schaffenden Menschen geht. Auch deswegen steht im NPD-Parteiprogramm unter der Überschrift „Die Wirtschaft muß dem Volke dienen“: „Die Wirtschaft ist kein Selbstzweck, sondern ein dringender Teil des Ganzen. Der Staat muß daher der Wirtschaft einen ordnungspolitischen Rahmen setzen.“ Im Gegensatz dazu lassen sich die Systemparteien den ordnungspolitischen Rahmen vom internationalen Geldadel diktieren.
Tag der deutschen Zukunft 2012
Raus aus dem Euro!
Bezirke in Hamburg
Parteiprogramm der NPD
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