Fehlen durch Zählen?
Selbst bundesdeutschen Journalisten haben wir eigentlich immer unterstellt, bis drei oder vier zählen zu können. Aktuelle Presseberichte weisen jedoch darauf hin, daß wir geirrt haben könnten.
Schlagzeile des “Hamburger Abendblatt” (v. 16.5., S. 13): “Zwei Einbrecher festgenommen”. Weiter heißt es dann: “Die Polizei hat drei 20 und 21 Jahre alte Männer festgenommen… Die Beamten hatten zufällig beobachtet, wie das Trio auf einer Leiter auf einem Grundstück verschwand.”
Auf Seite fünf dann wurden die Kandidaten zur Wahl des Bundespräsidenten am 23. Mai im Berliner Reichstag ausführlich vorgestellt. Wieder hat sich das Abendblatt geirrt. Es spricht immer nur von drei Bewerbern. Dabei wird der vierte überhaupt nicht erwähnt, so als gäbe es ihn nicht: Frank Rennicke, der gemeinsame Kandidat von NPD und DVU, die ebenfalls Wahlmänner entsenden. Natürlich gehen wir auch hier vom mangelhaften Zählvermögen der Schreiber aus. Falls nicht, wäre es eine bewußte Irreführung der Leser; und so etwas tun bundesdeutsche Journalisten nicht. – Oder vielleicht doch?
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