HHLA – Wer bestimmt dort?


Alle Umschlagbetriebe unseres Hafens haben unter der Finanz-,  Wirtschafts- und Systemkrise zu leiden. Allein der Umschlag der Container ging im vergangenen Jahr um etwa 30 % zurück. Auch bei der HHLA gibt es längst Kurzarbeit, und inzwischen werden Pläne geschmiedet, die Zahl der Beschäftigten zu senken.

Da sollte man eigentlich meinen, daß die  Absicht der HHLA-Tochter HPC (Hamburg Port Consulting), Verträge mit dem Iran abzuschließen, um dort am Ausbau des Hafens von Bandar-Abbas mitzuwirken, auch vom Senat begrüßt werden. Dies dürfte jedenfalls die wirtschaftliche Lage der HHLA verbessern und auch der Stadt, die Besitzer der HHLA zu fast 70 % ist, zusätzlichen Gewinn bringen.

Doch sofort nach Bekanntwerden des HHLA-Engagements meldete sich Stephan Kramer, Generalsekretär des Zentralrats der Juden in Deutschland, zu Wort. So schreibt das “Hamburger Abendblatt” am 16. Januar: “Der Zentralrat der Juden kritisierte das angestrebte Geschäft scharf: ‘Die HHLA befindet sich hier in bester Gesellschaft … mit anderen Großunternehmen der deutschen Wirtschaft, die seit Jahrzehnten eng und vertrauensvoll mit dem Regime in Teheran Handel betreiben.’ ” Weiter wird Kramer zitiert: “Die deutsche Wirtschaft macht sich dadurch mitschuldig an der Unterdrückung der Zivilbevölkerung. Und sie macht die Politik des Westens unglaubwürdig, die darauf abzielt, den Bau einer iranischen Atombombe zu verhindern …” Und natürlich folgte die Erwartung, die Beust-Regierung in Hamburg möge das HHLA-Geschäft verhindern.

Wie selbstverständlich zeigte sich Oles Wirtschaftssenator Gedaschko folgsam: “Wir machen derzeit grundsätzlich ein großes Fragezeichen hinter jedes mögliche Geschäft mit dem Iran.”  – Und das “Hamburger Abendblatt” titelte: “Hamburger Hafenbetrieb HHLA bläst Iran-Geschäft ab.”

Die oben gestellte Frage dürfte damit – zumindest teilweise – beantwortet sein.





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