Leichtmatrose auf Reisen
Einer, von dem laufend in den Systemmedien berichtet wird, ist der Vorsitzende der Partei der Besserverdienenden, der FDP. Westerwelle ist einer jener bläßlichen Figuren, die einen immer an den blasierten Streber aus der Schulzeit erinnern. Nun ist dieser Möchtegern-Staatsmann oder Leichtmatrose, wie ihn Edmund Stoiber in einen seiner hellen Momente bezeichnet hatte, seit der letzten Wahl als Außenminister mitverantwortlich für die bilateralen Beziehungen zu anderen Ländern. Er merkt nicht, da Sensibilität wohl nicht zu seinen Stärken gehört, wie er von seinen Gastgebern beim Staatsbesuch innerlich abgelehnt oder nur als lästiger Erfüllungsgehilfe des Großkapitals gesehen wird. Bei seinem ersten Besuch in Japan brachte er seine Gastgeber gleich in Verlegenheit, als er als „Damenbegleitung“ seinen ständigen männlichen Begleiter mitbringen wollte. In seiner Selbstverliebtheit merkte er nicht, was die Japaner wirklich von ihm dachten, als diese zu ihm sagten: „Bei uns wird solches Verhalten nur in Künstlerkreisen toleriert.“ Notgedrungen spielten seine Gastgeber mit, aber sicher ist, daß wieder einmal dem guten Ansehen Deutschlands aus früheren Zeiten eine arge Breitseite verpaßt wurde. Vielleicht ist das auch von seinen Maurerbrüdern, die ihn vermutlich im Hintergrund lenken, beabsichtigt. Schon sein erster Auslandsbesuch, der ihn ausgerechnet nach Polen führen sollte, verlieh ihm den Spitznamen „Außenminister von Polen“ und zeigte dem aufmerksamen Beobachter klar, auf wessen Seite er wirklich steht. Westerwelle eifert sehr seinem Idol Genscher (bei manchen in Mitteldeutschland auch als „IM Tulpe“ bekannt) nach, der in seiner aktiven Regierungszeit als Außenminister hemmungs- und bedingungslos deutsche Steuergelder in allen Herren Länder verpraßte. Dieses absurde Theater auf Kosten Deutschlands wurde beschönigend „Scheckheft-Diplomatie“ genannt. Gleichwertige Beziehungen zwischen den Völkern sehen wahrlich anders aus.
In der Tradition Genschers steht die nächste grandiose Idee dieses „Riesenstaatsmannes“, die am Wochenende Aufmacher diverser Zeitungen war: „Guido Westerwelle plant ein Aussteigerprogramm für Taliban.“ So stand es tatsächlich in den Schlagzeilen diverser Medien. Das muß man sich einmal auf der Zunge zergehen lassen. Stolze Bewohner der Völker Afghanistans sollen mit deutschem Steuergeld bestochen werden, damit sie den Kontakt zu den Freiheitskämpfern der Paschtunen (von den Systemmedien fälschlicherweise Taliban genannt) einstellen. Man weiß nicht mehr, ob man lachen oder weinen soll. Wahrscheinlich beides. Fehlt nur noch, daß er zur Verstärkung eine sogenannte „Supernanny“ mitschickt, die die bösen Taliban dann zum Schämen in die Ecke schickt. Westerwelles Vorstellung ist nicht nur grotesk, sondern zeigt einen eklatanten Wissensmangel der afghanischen Geschichte. Denn was den Taliban am wenigsten fehlt, ist Geld. Die finanziellen Zuwendungen, zumeist aus muslimischen Staaten und die Gelder aus dem Betäubungsmittelverkauf, sind ein gutes Polster, um die Besatzer zumindest so weit einzuschüchtern, daß sie sich selten aus ihren stark befestigten Lagern wagen. Selbst nach Kabul trauen sie sich wieder, wo immer noch der korrupte US-Vasall Karzai haust und den Präsident mimt. Und wenn sich Westerwelle mit der Geschichte von Afghanistan vertraut machen würde, würde er verstehen, daß die westlichen Staaten den Guerillakrieg in Afghanistan niemals gewinnen können. Die Engländer sind dabei gescheitert, die Russen, und nun der westliche Staatenbund? Denn was anderes als ein verstecktes Eingeständnis ist Westerwelles Sozialhilfeplan für Afghanistan, als daß der Krieg militärisch niemals zu gewinnen ist?
Selbst dieser Plan wird nicht aufgehen. Die Internationalisten wollen einfach nicht einsehen, daß sich nicht jedes Volk kaufen läßt. Die Paschtunen mit ihrer langen kriegerischen Erfahrung sind viel zu stolz, um für dreißig Silberlinge ihre Ehre zu verkaufen oder gar aufzugeben. Höchstens werden sie dankend das Geld annehmen und weiterkämpfen.
Nun sollen sich auch noch Kanzlerin Merkel, Westerwelle und Kriegsminister von Guttenberg geeinigt haben, das deutsche Afghanistan-Kontingent um mehr als 500 Soldaten auf über 5000 Mann aufzustocken. Zwar wird das noch verschleiert, man spricht von „Umschichtungen von Einheiten“ und natürlich vom „zivilen Aufbau“, aber die obersten Befehlshaber aus USA haben schon öfter dreist gefordert, daß mehr Deutsche sinnlos ihr Leben für Fremdinteressen wegwerfen sollen. Widerstand gegen diese impertinenten Forderungen ist von solch‘ dekadenten Weicheiern wie unseren Politikern wohl nicht zu erwarten. Sind halt immer noch angepaßte Streber, denen Materielles mehr zählt als die Freiheit.
Wir fordern daher: Raus mit den deutschen Truppen aus Afghanistan! Es gibt nichts, aber auch gar nichts, was deutsche Soldaten dort zu suchen hätten. Die Bundeswehr ist laut Grundgesetz für die Landesverteidigung einzusetzen und ist kein Kanonenfutter für fremde Mächte. Holt unsere Soldaten aus diesem sinnlosen Krieg endlich nach Hause! (ts/hh)
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