Man muß nicht immer nur an den Profit denken


Aus den Vorträgen zur „Sozialen Frage“, die im Landesverband besprochen wurden,  hier nun ein weiterer Bericht:

Man muß nicht immer nur an den Profit denken.

Wie eine Gesellschaft mit ihren alten und kranken Menschen umgeht, daran sollte sich eine Gesellschaft messen lassen. Wie geht man heute in der BRD mit alten Menschen um? Diese Art und Weise habe ich insbesondere bei meiner pflegebedürftigen Mutter kennen gelernt, die ich fast drei Jahre lang gepflegt habe, und die leider im Herbst 2010 verstorben ist.

Wenn ich nicht gewesen wäre, hätte sie sicher alles verloren und wäre dann einsam und verlassen und schon wesentlich früher verstorben. Da ich selbst keine Kinder habe, graut mir vor dem Schicksal, das mich nach heutigem Stand der Dinge einmal erwarten wird. Alle trachten nur danach Profit zu machen, angefangen von den Ärzten, und oft genug besonders von denen, über die Pflegedienste bis hin zu den Apotheken und anderen Helfern. Wenn ich nicht eine Pflegebegleiterin gehabt hätte, die mir oft genug, zumindest mit telefonischem Rat, zur Seite gestanden hätte, hätte ich die ganze Angelegenheit sicherlich selbst nicht durchgestanden und Mutter wohl oder übel ins Heim gegeben, was Mutti nie wollte, und aufgegeben. Als ich die Pflegebegleiterin einmal fragte, warum jeder nur daran denkt, den Menschen ins Heim zu bringen, und dies insbesondere von Ärzten, ganz egal ob im Krankenhaus oder ambulant, favorisiert wird, antwortete sie mir: „Tja, durchschnittlich geht heute jeder mit Mitte 70 in ein Heim und da Ihre Mutter nun schon wesentlich älter ist, sagen alle: „Was will die denn noch hier, die soll ins Heim.“ Von einer bereits in Rente befindlichen Altenpflegerin, die im Heim gearbeitet hat, erfuhr ich, daß viele Arzte im Krankenhaus – oder auch frei praktizierend – mit entsprechenden Heimen zusammen arbeiten und dafür eine Art Honorar kassieren. Diese Korruption kann einem wirklich die Sprache verschlagen. Als meine Mutter einmal im Krankenhaus lag, wurde ihre Bettnachbarin von der eigenen Tochter und Schwiegersohn ins Heim gebracht. Die Ärztin kam ins Zimmer. Neben mir war noch eine Schwester anwesend. Die Ärztin fragte, wie es denn mit Frau soundso ausgegangen sei. Die Schwester: „Ja, die Kinder haben sie ins Heim gebracht“. Darauf die Ärztin: „Was, die Kinder haben das veranlaßt und nicht unser Haus, darüber haben wir noch zu reden.“ Ich fand es eindeutig.

Man kann viel darüber schreiben und reden, wie hilflos ich mich oft in den letzten Jahren gefühlt habe. Der alte kranke Mensch jammert leider nur herum, von ihm ist keinerlei Unterstützung zu erwarten. Die anderen denken nur ans Geld, und oft genug auch, wie sie den anderen „übers Ohr hauen“ können. Wer da keine kampfeslustigen Angehörigen hat, hat verloren. Bei den Pflegediensten heißt es dann nur: „Wenn Sie nicht unterschreiben, dann lassen wir Sie halt so liegen und machen nichts.“ Als ich eines Abends einmal nach Hause kam, war der Toilettenstuhl von den Pflegekräften nicht geleert worden. Als ich meine Mutter fragte, was dies zu bedeuten habe, meinte sie, sie sollte etwas unterschreiben, und da sie schlecht gucken konnte, wollte sie, daß ich dies tue. Daraufhin hätte die Schwester erklärt, dann mache sie eben ab sofort den Toilettenstuhl nicht mehr sauber. Auf dem Tisch lag ein neuer Pflegevertrag mit erhöhten Kostensätzen. Allerdings hat der Pflegedienst jede Kostenerhöhung 14 Tage vorher anzukündigen und kann erst danach den erhöhten Satz beanspruchen. Am nächsten Morgen stellte ich Schwester Petra zur Rede. Ihre Antwort: „Ja, wenn Sie nicht unterschreiben, und zwar sofort, dann machen wir es eben ab sofort nicht mehr. Und wenn Ihnen das nicht paßt, suchen Sie sich doch einen anderen Pflegedienst, so viele werden Sie hier nicht finden. Ich brüllte sie daraufhin an, daß ich mich mit der Pflegekasse meiner Mutter in Verbindung setzten werde, was ich auch tat. Das war mein Glück. Der Herr der Pflegekasse erklärte mir, daß ein solches Verhalten von Petra ein Grund, nicht nur zur fristgemäßen, sondern auch zur Kündigung des Pflegedienstes ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist berechtigen würde. Auf meine Frage, ob es denn noch andere Pflegedienste gebe, schickte er mir eine entsprechende Liste. Ich bekam fünf DIN-A 4 Seiten von Pflegediensten in unserer Umgebung. Nun hatte ich eine ganz andere Argumentationsweise gegenüber dem Pflegedienst. Gleich am nächsten Morgen griff ich mir besagte Petra, schwenkte meine hübsche Liste und teilte ihr mit, daß, wenn es ab sofort nicht so laufen werde, wie ich es will, ich mir aus den fünf DIN-A-4-Seiten mit Freude einen anderen Pflegedienst suchen werde, der sicherlich auch über einen neuen Auftrag sehr erfreut sein wird. Außerdem würde ich ihr Geschäftsgebaren dem Verbraucherschutz mitteilen, der das sicherlich auch gerne in seine entsprechenden Listen aufnehmen würden. Petra wurde lammfromm und selbstverständlich brauchten wir erst zum nächsten Ersten den erhöhten Pflegesatz zu zahlen, eben nach 14 Tagen. Nur meine Mutter hätte alleine diesen Kampf nicht durchgestanden oder hätte in ihrem eigenen Dreck verkommen können, wenn sie nicht unterschreibt. Wie gesagt, mir graust es, wie mit den alten Leuten umgegangen wird.

Ein anderes wichtiges Erlebnis für mich war der Umgang mit den Ärzten. Als meine Mutter einmal starke Arthroseschmerzen bekam und ich auf Anraten des Pflegedienstes den Arzt rief, kam dieser und meinte: „Dies ist schon das zweite Mal im Monat, daß ich kommen muß, wer bezahlt mir das. So geht das nicht, suchen Sie sich einen anderen Arzt, aber ich sage Ihnen gleich, das macht auch kein anderer Arzt mit.“ Als ich dann meinte, ob ich ihm den Besuch extra bezahlen solle, verneinte er dies. Ich warf dann ein, was ich denn machen solle, ich könne doch meine Mutter nicht ins Heim bringen, bloß weil sie Arthroseschmerzen hat, die hätte sie schließlich dann im Heim ja auch. Darauf meinte der liebe Herr Doktor bloß: „Na und, was denken Sie, die Heime sind voll von Leuten, die den ganzen Tag nur wimmernd von Schmerzen in ihren Betten liegen.“ Daraufhin beschwerte ich mich bei einem Pflegestützpunkt über den Doktor. Danach ging es dann wieder. Jedoch bin ich mir nicht sicher, ob zum Ende meiner Mutter nicht das der Grund war, warum aus der Praxis kein Arzt zu meiner Mutter ins Haus kam, ich sie dann letztendlich ins Krankenhaus bringen musste und dort, als die Diagnose feststand, eben nichts mehr zu machen war. Die Liste ließe sich beliebig fortsetzen.

Wenn ich beruflich außer Haus war, brauchte ich zumindest zeitweilig jemanden, der nach meiner Mutter sah. Es soll ja immer die sogenannten ehrenamtlichen Besuchsdienste geben, die immer großmundig angekündigt werden in den örtlichen Blättern. Nur wenn man jemanden braucht, gibt es nichts. Ich telefonierte mir die Finger wund, sollte immer zurückgerufen werden, was nie erfolgte. Eine Dame, die ich dann endlich mal am Telefon hatte, riet mir, ob ich nicht schon mal darüber nachgedacht hätte, meine Mutter in ein gutes Heim zu geben, damit wäre dann ja das Problem gelöst. Das war gerade das, was mir noch fehlte. Ich gab dann eine Anzeige auf und bezahlte die entsprechende Dame. Das kam dann dabei heraus. Als ich nach dem Tod meiner Mutter ein Trauercafé besuchte, erfuhr ich vom Besuchsdienst des Hospizes, Eine der Damen meinte: „Schade, daß wir uns nicht schon früher kennengelernt haben, wir wären gekommen.“ Meine etwas sarkastische Antwort: „Ja, jetzt brauche ich niemanden mehr.“ Wie oft jammerte meine Mutter herum, wenn mal niemand kam, weil ich nicht so lange weg war und dann das Geld dafür nicht ausgegeben werden sollte: „Keiner war da.“ Meine Antwort: „Ja, wir haben auch niemanden bestellt.“ Sie: „Ja, ich hätte doch gedacht, daß mal jemand herein guckt’“. Ich: „Tja, ohne Geld kommt keiner.“ Das konnte sie nicht verstehen. Daß man da auch als Tochter mal ungehalten wird, ist wohl klar. Es soll wohl auch so sein, daß man dann aufgibt, die Pflegbedürftigen weggibt. Ob es dann im Heim besser ist, möchte ich dahingestellt lassen. Meistens wird auch da nur die Tür zugemacht und sich nicht weiter gekümmert. Das ist aber wiederum ein anderes Thema.

Was ist nun für uns Nationaldemokraten in der Angelegenheit zu tun?

Zunächst einmal muß gelten: „Deutsches Geld für Deutsche Leute“ Unser ehemaliger Landesverbands-Vorsitzender Jürgen Rieger, der leider viel zu früh von uns gegangen ist, hat einmal die Forderung aufgestellt: „Wer hier als Ausländer länger als drei Monate arbeitslos ist, sollte aus dem deutschen Sozialsystem herausfallen. Dem kann ich nur zustimmen. Wir brauchen unser Geld dringend für unsere eigenen Leute und nicht für „anderer Leute Kinder“. Es versteht sich dann auch von selbst, daß medizinische Leistungen jedweder Art nur in unserem Land gewährt werden können und nicht für die Familienmitglieder ausländischer Personen, die in der Türkei oder sonstwo leben. Das Geld können wir für unsere alten und kranken Leute selbst gebrauchen. Die Ärzte sind dann sicher auch wieder etwas hilfsbereiter, wenn sie wieder etwas mehr Geld in der Tasche haben. Hier von Ausländerfeindlichkeit zu sprechen, halte ich für falsch. Jedes Elternpaar liebt seine eigenen Kinder zuerst. So ist es gesund und richtig.

Dann muß man natürlich etliche verstaubte Paragraphen im Sozialgesetzbuch entstauben. Ich kann mich noch erinnern, daß für eine Leistung „Kleben eines Schmerzpflasters“, das morgens vom Pflegedienst übernommen wurde, der sowieso dann bei uns im Haus war, von der Krankenkasse Fahrgeld zusätzlich berechnet , gewährt wurde. Das sollten wir dann bezahlen. Auf mein Nachhaken hieß es dann, ja das machen wir immer so, wir gehen davon aus, daß der Pflegedienst ca. 4 km entfernt anreist. Als ich dann bis zum Vorgesetzten in der Krankenkasse telefonierte, konnte ich diesen noch nicht vom Gegenteil überzeugen, daß diese Kosten sinnlos seien, da der Pflegedienst ja sowieso vor Ort sei. Es wurde eben immer so gemacht. Tja, wenn der Staat durch so großzügige Rechenbeispiele die Kosten in die Höhe treibt, braucht sich niemand wundern, wenn das Geld vorne und hinten nicht reicht. Nur wer keine Angehörigen hat, zahlt sich dann arm und kann sich am Ende des Monats nichts mehr zu Essen kaufen, weil die Fahrtkosten, die noch nicht einmal angefallen sind, im wahrsten Sinne des Wortes, „alles aufgefressen“ haben.

Wir sollten als Nationaldemokraten also versuchen zu helfen. Ohne alte Zeiten verherrlichen zu wollen, fällt mir hierzu folgendes ein. Ich hatte einmal eine Auftraggeberin, die aus Ostpreußen stammte. Sie hatte in den 40-er-Jahren auch eine pflegebedürftige Nachbarin. Unter den Frauen in der Nachbarschaft war alles aufgeteilt: Eine machte ihr Frühstück, eine Mittag, eine Nachmittagskaffee und eine letzte Abendbrot und brachte sie zu Bett. Das, so meine Auftraggeberin, war eben die Volksgemeinschaft. Wie gesagt, ohne die Zeit verherrlichen zu wollen, aber in dem Punkt bringe ich ihr meine ausdrückliche Hochachtung entgegen. Wir sollten also versuchen zu helfen, wenn wir eine pflegebedürftige Person in unserer Nähe haben. Vielleicht mal einen Kaffee in der Thermoskanne mitbringen oder fragen, ob man vom Einkaufen etwas mitbringen kann. Auch mal zum Arzt fahren oder mit der Krankenkasse oder sonstigen Behörden telefonieren, wenn die Person es nicht mehr kann. Jedoch sollte man versuchen, sich nicht ausnutzen zu lassen. Es ist eben so, wenn man hilft und die pflegebedürftige Person hat endlich jemanden, der hilft, dann krallt sich der alte Mensch an den wie ein Krake. Wer sollte es auch verdenken. Alleine können sie es nicht mehr, Geld ist nicht mehr vorhanden, wenn die Krankheit lange gedauert hat, und die anderen Hilfen sind eben sehr dürftig, wie ich gerade geschildert habe. Nur halten es die Schultern und die Psyche einer einzelnen Person dies meistens auch nicht aus. Aber vielleicht hat man in der Nähe ja noch jemanden, der mitmacht. Dann kann es gehen.

Und wenn dann irgendwann vielleicht noch herauskommt, es sind Nationaldemokraten, die helfen und die so nett sind: „Wie schön, so soll es sein, dann erhalten wir Einzug, zwar durch die Hintertür, aber in die Herzen der Menschen.“





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