„Mopsi“ unfreiwilliger Abgang


Für linke Hamburger Tageszeitungen ist er der offenkundige Neonazi-Aussteiger „Mike P.“, für andere wegen seines Aussehens bloß der „Mopsi“, der Marco K. heißt und zuletzt in Hamburg-Dulsberg wohnte.


Vergeblich suchte der dauerarbeitslose Marco K. eine Zeitlang nach Akzeptanz im nationalen Widerstand in der Hansestadt. Warum er diese Akzeptanz suchte, blieb bis zuletzt unklar, denn Marco K‘s. Lebenswandel und Verhaltensweise ließen zu keinem Zeitpunkt auch nur ansatzweise erahnen, daß er menschlich und politisch ernsthaft etwas mit dem Freiheitskampf unserer Bewegung im Sinn haben könnte. Er wollte jedoch unbedingt Fuß fassen und wurde daher als Mitläufer in Hamburg geduldet. Mehr allerdings auch nicht.


Sein Erscheinungsbild war zumeist ungepflegt und schludrig. Mehrfach mußte er ermahnt werden, mehr auf seine Körperhygiene zu achten, da sein Geruch nicht mehr zu ertragen war. Möglicherweise hat er da in seinem jetzigen Umfeld weniger Probleme.  Militante schwarze Kleidung entdeckte er erst sehr spät für sich, als er sich mit einem letzten kläglichen Versuch als „autonomer Nationalist“ krampfhaft in der nationalen Bewegung halten wollte.


Wie jeder andere, der neu in die Reihen nationaler Aktivisten kommt, machte er zunächst einmal mit. Seinem Lebenswandel entsprechend wurde er aber zusehends unzuverlässiger und unbrauchbarer. Mitstreiter, die mal das zweifelhafte Vergnügen hatten, Marco K.‘s Wohnung betreten zu dürfen, berichteten von einer ekelhaften Müllhalde, durch die sie hindurch staksen mußten. Da offenbarten sich irgendwie Parallelen zum Erscheinungsbild des Wohnungsinhabers. Trotz klarer Ansagen, bei Ermittlungsverfahren keine Aussagen zu machen, erwies sich Marco K. als begriffsstutzig und ging zur Verfolgungsbehörde, um dort alles munter auszuplaudern. Überhaupt lag ihm das sinnlose Geschwätz sehr viel mehr als vernünftiges Handeln. So wurde der geschwätzige „Mopsi“, wie er von allen genannt wurde, immer stärker gemieden und letztlich ausgegrenzt, weil er einfach nicht ernst zu nehmen war.


Als er die zunehmende Ablehnung im Umfeld von NPD und freien Kräften spürte, suchte er beleidigt nach einer Nische für sein pseudopolitisches Dasein und wollte im Mai 2008 die „autonomen Nationalisten“ in Hamburg gründen. Dies war jedoch eine Totgeburt, weil er keine Unterstützung erfuhr.


Nachdem in Hamburg nichts mehr für ihn ging, knüpfte Marco K. im Sommer 2008 Kontakt zu freien Kräften in Oldenburg, um deren Demonstration zu unterstützen. Nach wenigen Wochen ließ er durchblicken, daß er privaten Kontakt zu Linksfaschisten pflegt, die er über die Brüder seiner Freundin kennen gelernt hatte und mit denen er fortan regelmäßig saufen ging. Daß sein privater Umgang mit Linksfaschisten im krassen Widerspruch zu seinen damals noch vorgeblichen politischen Absichten stand, war für Marco K. kein Problem. Auch das Überlaufen seines Harburger Kumpels Frank Försterling ins sogenannte antifaschistische Milieu war für ihn kein Problem. Für die Oldenburger Nationalisten allerdings schon. Sie brachen den Kontakt zu Marco K. ab und brandmarkten sein schizophrenes Treiben im Oktober 2008 auf ihrer damaligen Internetseite unter dem passenden Titel „Kein Bock auf Mopsi“.


Mittlerweile läßt sich Marco K. als tapferer „Aussteiger“ feiern, was in jeder Hinsicht eine Lüge ist. Denn mit einem freiwilligen Verlassen des nationalen Widerstandes hatte Marco K.‘s Abgang nun wirklich nichts zu tun. Es hatte einfach niemand mehr Bock auf „Mopsi“. Ein Aussteiger ist nur, wer die Wahl hat, ob er bleibt oder geht. Diese Wahl hatte „Mopsi“ K. schon lange nicht mehr. Wie richtig die Aussonderung des heute 21jährigen Sonderlings war, hat sich mittlerweile gezeigt. Marco K. hatte ganz schnell neue Freunde gefunden und sich gewissermaßen in linke Kreise hinein gesoffen. Ganz privat, versteht sich.


Seine neuen Freunde rief er dann auch schnell herbei, als er im April 2009 im Hamburger Stadtpark unversehens auf ehemalige Mitstreiter traf. Auf seinen Anruf hin kamen dann der Kevin K., der Dennis H. und auch der Aaron S., um „Mopsi“ K. aus der peinlichen Verlegenheit helfen zu wollen. Die Begegnung endete schließlich vor dem Amtsgericht Hamburg-Barmbek, wo „Mopsi“ K. ganz mutig unter Polizeischutz gegen einen seiner ehemaligen Mitstreiter aussagte, der daraufhin wegen angeblicher Körperverletzung verurteilt wurde. Offenbar kann so ein „Aussteiger“ Mist schwätzen wie er will und gilt trotzdem per se als glaubwürdig, weil er das Spiel des Systems mitspielt, ohne es selbst zu durchschauen.


In einem Zeitungsinterview beklagt „Mopsi“ K. mit dicken Krokodilstränen seine eigene Geistesleere. Er habe während seiner Zeit in der rechten Szene „einfach aufgehört nachzudenken“. Ein Zustand, der offenbar immer noch anhält und erhebliche Zweifel daran aufkommen läßt, daß es jemals anders bei ihm war.


Quelle: http://www.mein-hh.info






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