Neben Klientel-Politik auch noch Vetternwirtschaft bei der SPD?


Im Dezember soll die in Hamburg lebende Aydan Özoguz zur stellvertretenden SPD-Parteivorsitzenden gekürt werden. Ihre wesentliche Eignung hierzu ist wohl in erster Linie ihre ausländische Herkunft. Denn die SPD hat die große Bedeutung ausländischer Wähler erkannt und möchte der Konkurrenz wie den Grünen mit ihrem Parteichef Cem Özdemir oder der gelben FDP mit Philip Rößler an der Spitze nicht nachstehen. Während aber zumindest bei der FDP einfach keine bessere Alternative vorhanden ist und auch der Rößler-Vorgänger Westerwelle sich kaum als Repräsentant der normalveranlagten deutschen Mehrheitsbevölkerung eignete, steht bei der SPD das Ziel der Bedienung einer bestimmten Wählerklientel im Vordergrund: Der wahlberechtigten Nichtdeutschen, insbesondere der türkischen Wähler. Hierzu ist Frau Özoguz jedoch nur bedingt geeignet. Özoguz Eltern stammen aus Istanbul und sind mit der ersten türkischen Einwanderungswelle Anfang der sechziger Jahre nach Deutschland gekommen. Die kulturelle Entfernung von Istanbul zu Europa war seinerzeit im Vergleich zu heute weniger gigantisch, denn durch die innertürkische Binnenmigration herrschen inzwischen auch in weiten Teilen Istanbuls Verhältnisse wie in abgelegenen anatolischen Dörfern und im wilden Kurdistan. Und aus jenen kurdisch-anatolischen Gebieten kommen auch die meisten Türken, bzw. Kurden, in Deutschland. Die haben kulturell wenig mit dem Istanbul der fünfziger Jahre gemein und noch weniger mit Deutschland und Europa. Dementsprechend wenig integrierbar sind diese Ausländer. Daher ist fraglich, ob sie sich durch ihre Landsfrau Özoguz tatsächlich dazu bringen lassen, ihr Kreuz bei der nächsten Wahl für die SPD zu machen. Aber unabhängig davon dürfte der Aufstieg von Frau Özoguz zumindest im Sinne ihres Ehemanns, dem Hamburger SPD-Innensenator Michael Neumann sein.





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