Shell-Raffinerie in Harburg-Wilhelmsburg stellt Ende 2012 den Betrieb ein


In den Shellwerken in Harburg-Wilhelmsburg sind ungefähr 570 Arbeitnehmer beschäftigt, 300 von ihnen sollen entlassen und 270 sollen konzernintern in anderen Bereichen, wie dem Umschlagterminal oder an anderen Standorten, wie Heide versetzt werden. Am Standort an der Hohen Schaar wurden pro Jahr 5,5 Millionen Tonnen Rohöl verarbeitet. Damit war der Hamburger Standort weltweit einer der kleinsten unter den 40 Shell-Raffinerien und wurde so Opfer von globalisierungsbedingten Verdrängungsprozessen. In einem auf Gewinnmaximierung ausgerichteten Streben nach immer weiterer Rationalisierung und Verlagerung von Arbeitsplätzen in Billiglohnländer hatte der Harburger Standort keine Chance mehr. Es kann im Süden Hamburgs zu einem gefährlichen Dominoeffekt kommen, wenn die Produktion in der Shell-Raffinerie wegfällt. Dann sind auch die Arbeitsplätze in der Zuliefer- und Weiterverarbeitungsindustrie gefährdet. In der gummiverarbeitenden Conte Tech (ehemals Phoenixwerke) sind in der Reifen- und Gummischlauch -Produktion 1.000 Arbeitsplätze eng mit dem Erdölverarbeitungsstandort Harburg-Wilhelmsburg verbunden. Bereits im Jahr 2009 verlagerte die Hamburger Gummi Waren Compagnie (NYH) ihre Kammproduktion vom Harburger Standort weg. Die Freudenberger Werke, Werkzeugmacher zur Reifenherstellung, verlagern einen Teil ihrer Produktion nach Kroatien und wollen am Harburger Standort 60 Mitarbeiter entlassen, derzeit sind 300 in Kurzarbeit. Der Autozulieferer Stankiewicz entläßt 120 seiner 350 Angestellten, vermutlich weil er in Osteuropa oder anderswo billiger produzieren kann. Wir befinden uns in einem Prozeß der Deindustriealisierung in den Hochlohnländern. Unter den Hamburger Bezirken sind Harburg und Mitte am stärksten betroffen, da sie mit dem Hafen über das größte Industriegebiet in Hamburg verfügen. Leider sind dies auch die Bezirke, die jetzt schon die höchsten Arbeitslosenquoten haben. Ein Gegensteuern tut not. Es muß ein Masterplan Hafen + Industrie von der Politik erstellt werden, um die Abwärtsspirale zu stoppen. Hierzu gehören der Hafenausbau, die Elbvertiefung, der Bau der Y-Trasse für den Eisenbahngüterverkehr und die Ansiedelung von vor allem mittelständigen Unternehmen in Hafennähe. Beschäftigungsinitiativen und Arbeitsplatzsicherungsverträge müssen zwischen dem Staat, also der Stadt Hamburg, und dem Unternehmen geschlossen werden. Unternehmen, die Arbeitsplätze in das Ausland verlagern, sind keine öffentlichen Aufträge zu erteilen und keinerlei Steuervorteile zu gewähren. Der Hafen ist zentraler Beschäftigungsmotor und das Herz der hamburgischen Wirtschaft. Jeder Euro, der hier investiert wird, sichert den Wohlstand in ganz Hamburg. Hamburg ist nach Rotterdam der zweitgrößte Seehafen Europas und von strategischer Bedeutung für ganz Deutschland. Die NPD würde unter einer Regierungsbeteiligung in der Hamburgischen Bürgerschaft dafür sorgen, daß der Hafen wieder boomt und Arbeitsplätze in Hamburg gehalten bzw. geschaffen werden.





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