Freitag Nazi-Aufmarsch, Sonnabend Schanzenfest
Polizei fordert zusätzliche Kräfte aus Süddeutschland an
Der Polizei steht ein heißes Wochenende bevor: Am Freitag versammeln sich am Berliner Tor rund 150 Neonazis. Nur wenige hundert Meter weiter treffen sich zeitgleich knapp 1000 Demonstranten zu einer Gegenveranstaltung. Und am Sonnabend folgt die Neuauflage des Schanzenfestes.
Am Freitag (19 bis 22 Uhr) versammeln sich die Rechten vor dem U-Bahnhof Berliner Tor. Veranstalter sind die NPD Hamburg – sowie, laut Partei-Homepage, “freie Kräfte”. Unter dem Motto “Recht und Ordnung durchsetzen!” fordern die Neonazis ein dauerhaftes Verbot des Schanzenfestes. Hamburgs NPD-Chef Jürgen Rieger wurde verboten, als Veranstaltungsleiter aufzutreten.
Der Widerstand gegen den Nazi-Aufmarsch hat sich bereits formiert: Das “Hamburger Bündnis gegen Rechts” hat eine Demo organisiert, die fast parallel (16 bis 22 Uhr) am Hachmannplatz, später am Besenbinderhof stattfindet. Unter dem Motto “Nazis isolieren” wollen bis zu 1000 Menschen auf die Straße gehen.
Einen Tag später, am Sonnabend, folgt dann das Schanzenfest. Bereits das zweite in diesem Jahr. Ob es dort ähnlich brutal zugehen wird wie beim letzten Mal am 4. Juli, ist unklar. Damals waren 88 Polizisten und eine unbekannte Zahl Autonomer zum Teil schwer verletzt worden. “Wir werden ausreichend Kräfte vor Ort haben und lageabhängig reagieren können”, sagt Polizeisprecher Ralf Meyer. Neben etwa 1000 Hamburger Beamten wurden weitere 1000 aus anderen Bundesländern angefordert – also etwa genauso viele wie am 4. Juli. Einige Beamte reisen sogar aus Süddeutschland an.
Dass sich auch die NPDler in das Geschehen einmischen werden, gilt als unwahrscheinlich: Zeitgleich findet in Hannover eine Nazi-Demo statt.
Quelle: MOPO vom 08.09.2009, Autor: Malte Steinhoff
Verweis: http://www.mopo.de/2009/20090908/hamburg/politik/freitag_nazi_aufmarsch_sonnabend_schanzenfest.html
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